Eine Einladung zu einer Filmreihe im Kino Lichtblick, wo wir Diskussionen über reproduktive Rechte in Irland, den USA und Deutschland moderieren.

“Die Filmreihe wird organisiert von der Humanistischen Union, Deutschlands ältester Bürgerrechts-Organisation (mitbegründet von Fritz Bauer), One World Berlin Human Rights Film Festival, das sich seit 2004 durch Menschenrechts-Filmarbeit engagiert, und dem Lichtblick-Kino. Mehr Lichtblick Kino >>> 

Filmreihe

One World Berlin – Menschenrechte aktuell

Reproduktive Rechte zwischen Ratifizierung und Rollback

10.–12. Oktober
mit Gästen und anschließenden Diskussionen

Schwangerschaftsabbruch wird in den USA, Ungarn, Polen und anderen Ländern wieder eingeschränkt oder kriminalisiert. In Deutschland ist Abtreibung unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, jedoch nach wie vor de jure eine Straftat.

Drei Filmabende beleuchten den Kampf um reproduktive Rechte in Irland, USA und Deutschland und bieten einen Raum für Diskussion mit Expert*innen, Aktivist*innen und Publikum über dieses Thema, das breite Teile der Bevölkerung betrifft.

One World Berlin – Menschenrechte aktuell ist eine Filmreihe im Lichtblick-Kino, mit Dokumentarfilmen über Bürger- und Menschenrechte. Filmemacher*innen und Expert*innen diskutieren mit dem Publikum über Fragen, die Menschen in der Stadt bewegen, lokal und global, Rassismus und Diskriminierung, Überwachung und Datenspeicherung, Teilhabe an einer gerechten Gesellschaft – Menschsein und Menschenrechte in der digitalen Welt.

Die Filmreihe versteht sich auch als Plattform für Berliner Bürger- und Menschenrechtsinitiativen, die zu den in den Filmen verhandelten Fragen arbeiten.

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Montag, 10. Oktober, 19:30 Uhr

The 8th (engl. OV)

Irland 2020, 94 min, Regie: Aideen Kane, Lucy Kennedy, Maeve O’Boyle

Chronik der Kampagne in Irland zur Abschaffung des 8. Verfassungszusatzes (8th Amendment), der den Schwangerschaftsabbruch verbietet. Der Film zeigt den Wandel Irlands von einem konservativen, stark katholisch-geprägten Staat zu einer liberaleren, säkularen Gesellschaft.
Stimmen von beiden Seiten der Debatte kommen zu Wort, im Fokus sind jedoch die dynamischen weiblichen Anführerinnen der Abtreibungslegalisierungs-Kampagne.
Der Film begleitet die Aktivistinnen Ailbhe Smyth und Andrea Horan, die kühn und unermüdlich Basisarbeit leisten und dadurch das Unmögliche möglich machen.
Dieser Kampf, mit kleinen Siegen und enttäuschenden Niederlagen, hat einen Wendepunkt in der irischen Geschichte eingeläutet -2018 stimmten in einem Referendum 66% für die Legalisierung der Abtreibung.
Anschließend Gespräch mit Dervla O’Malley (Berlin-Ireland Pro Choice Solidarity ), moderiert von Anna Krenz (Künstlerin/Aktivistin, Dziewuchy Berlin)
In Kooperation mit Humanistische Union Berlin-Brandenburg. Gefördert von Netzwerk Selbsthilfe e.V. Partner: AVA -American Voices Abroad Berlin
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Dienstag, 11. Oktober, 19:30 Uhr

On the Divide (engl. OV)

USA 2021, 79 min, Regie: Maya Cueva, Leah Galant

Von den Millionen von Amerikanerinnen, die aktuell die Möglichkeit der legalen Abtreibung verlieren, sind vor allem BPoC und einkommensschwache Bevölkerungsgruppen betroffen. „On the Divide“ erzählt die Geschichte von Whole Women’s Health in Texas, der letzten verbliebenen Abtreibungsklinik an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Der Film löst sich von politischen
Argumentationslinien und behandelt das Thema anhand von persönlichen Geschichten. Wir treffen Rey, Wachmann der Klinik und glühender Katholik; Denisse, Mutter von vier Kindern, die sich freiwillig als Klinikbegleiterin engagiert; und Mercedes, ehemaliges Gangmitglied und Mutter, jetzt Teil der kirchlichen Pro-Life-Bewegung.
Die Filmemacherinnen Maya Cueva und Leah Galant zeigen, wie lang gehegte Überzeugungen sich ändern können – und was “Wahlmöglichkeit” für die Betroffenen tatsächlich bedeutet.
Anschließend Gespräch mit Filmteam, Doctors For Choice, moderiert von Anna Krenz (Künstlerin/Aktivistin, Dziewuchy Berlin).
In Kooperation mit Humanistische Union Berlin-Brandenburg. Gefördert von Netzwerk Selbsthilfe e.V. Partner: AVA -American Voices Abroad Berlin
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Mittwoch, 12. Oktober, 19:30 Uhr

Wie wir wollen (deutsche OV)

D 2021, 98 min, Regie: Sara Dutch (Kollektiv KINOKAS)

Wie wir wollen
D 2021, 98 min, Regie: Sara Dutch (Kollektiv KINOKAS)
Inwieweit ist der Zugang zum Schwangerschaftsabbruch in Deutschland eingeschränkt und warum? Der Film unternimmt eine Bestandsaufnahme der systemischen Hürden beim Zugang zur Abtreibung durch eine Mischung aus Erfahrungsberichten, doku-fiktionalen Szenen und Interviews. 50 Menschen kommen zu Wort, die eine ungewollte Schwangerschaft abgebrochen haben. Dabei stellen sich Fragen zu Bevölkerungspolitik und körperliche Selbstbestimmung: Welche Eltern, welche Kinder und welche Familien sind erwünscht und warum?
Ein ermutigendes Gegen-Narrativ zum gesellschaftlichen Tabu rund um Abtreibungen.
anschließend Gespräch mit Sara Dutch (Kollektiv KINOKAS), Prof. Dr. Rosemarie Will (Professorin i.R. für Öffentliches Recht, Staatslehre und Rechtstheorie, Humboldt-Universität zu Berlin; ehem. Verfassungsrichterin, Land Brandenburg; ehem. Vorsitzende der Humanistischen Union), n.n. (Lebenshilfe Berlin e.V.), moderiert von Anna Krenz (Künstlerin/Aktivistin, Dziewuchy Berlin)
In Kooperation mit Humanistische Union Berlin-Brandenburg. Gefördert von Netzwerk Selbsthilfe e.V. Partner: AVA -American Voices Abroad Berlin