Brief von Terry Reintke

Liebe Feminist*innen, liebe Vorkämpfer*innen, liebe Freund*innen,

es gibt nichts kraftvolleres als Frauen, die gemeinsam für ihre Rechte einstehen. Genau das habt ihr in den letzten Wochen der Welt gezeigt. Über Grenzen hinweg sind Frauen aufgestanden, um das Recht auf ihren eigenen Körper zu verteidigen.

Die Bilder, die Solidarität, die Energie, die dabei zusammengekommen sind, haben eine Gänsehaut hinterlassen. Sie haben Hoffnung gemacht, dass wir den Kurs der Welt ändern können. Dass sogar die konservativsten Frauenhasser klein beigeben müssen, wenn wir gemeinsam aufstehen. Diesen Sieg müssen wir feiern!

Aber: Dieser Kampf ist noch lange nicht vorbei.

Nicht nur in Polen versucht eine rechte Bewegung, uns unsere grundlegenden Rechte wegzunehmen. In ganz Europa wachsen Kräfte, die Frauen zurück an den Herd und unter die Fittiche von Männern zwängen wollen.

Es geht deshalb nicht nur um das Recht auf Abtreibung.

Es geht um die Deutungshoheit, wem unsere Körper gehören.

Es geht um die Frage, ob unsere Stimmen gehört werden.

Es geht um unsere Freiheit, um unsere Würde und unser Recht auf die Hälfte der Macht.

Und obwohl ich heute in Nikosia für die Gleichstellung von Schwulen, Lesben, Bi- Inter- und Transsexuellen kämpfe, bin ich mit meinen Gedanken und meinem Herzen bei euch.

Weil ihr zu dem Symbol geworden seid, dass wir diese Welle an Rückschrittlichkeit und Rückwärtsgewandtheit aufhalten können. Dass wir aufmerksam bleiben müssen, aber gemeinsam erfolgreich sein können, wenn wir für unsere Rechte, für unsere Würde und unsere Freiheit kämpfen.

Eure Rechte sind meine Rechte.

Meine Rechte sind eure Rechte.

Kämpft weiter! Ich bin an eurer Seite!

Terry Reintke

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